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Krankheiten |
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Vor der Anschaffung von Bartagamen sollte man sich darüber erkundigen, ob es einen reptilienkundigen Tierarzt in der Nähe gibt. Ist dies nicht der Fall sollte man sich zumindest Gedanken machen, ob man bei einer Krankheit seiner Tiere eine weitere Strecke zum nächsten reptilienkundigen Tierarzt in Kauf nehmen möchte. Unter der Rubrik Links kann man eine Liste von reptilienkundigen Tierärzten, geordnet nach Postleitzahlen finden. Es ist wirklich wichtig, dass Reptilien auch von einem reptilienkundigen Tierarzt behandelt und untersucht werden. Zum Thema Krankheiten ist es weiterhin wichtig zu wissen, dass Bartagamen ihre Krankheiten so lange wie möglich verbergen, sich also so verhalten, als wären sie gesund. Hierdurch sollen mögliche Fressfeinde nicht den Eindruck eines geschwächten Tieres bekommen. Somit kann man die Krankheit seiner Tiere manchmal erst recht spät feststellen. Es ist also wichtig, ein Gespür für seine Tiere zu entwickeln, um kleinste Abweichungen ihres Verhaltens, welches auf Krankheiten schließen könnte, zu bemerken. Da sich jede Bartagame etwas anders verhält kann man kein Patentrezept hierfür geben. Eine komplette und länger anhaltende, dunkle Färbung einer Bartagame deutet aber z.B. darauf hin, dass sie sich nicht wohl fühlt. Schnelles handeln ist hier erforderlich. Leider würde die Aufzählung und Beschreibung aller möglichen Krankheiten, die sich unsere Tiere einfangen können, den Rahmen dieser Website sprengen. Folgend möchte ich jedoch die häufigsten Krankheiten von Bartagamen beschreiben:
Parasiten Bei Bartagamen treten am häufigsten Darmparasiten in Form von Würmern, Einzellern oder Bakterien auf. Diese Parasiten sind in geringer Anzahl unschädlich, sie können sich jedoch ausbreiten, sodass es zu einem hochgradigem Befall kommt, der lebensgefährlich sein kann. Daher ist sollte man alle sechs Monate eine Kotprobe untersuchen lassen. Außerdem sollte man neu erworbene Tiere auf Parasiten untersuchen lassen, bevor man sie in das eingerichtete Terrarium, oder zu anderen Tieren setzt. Da manche Parasiten nicht bei jeder Kotabgabe ausgeschieden werden, sollte man drei aufeinander folgende Ausscheidungen untersuchen lassen. Des Weiteren sollte der zu untersuchende Kot möglichst frisch sein. Dies kann man erreichen, in dem man den frisch ausgeschiedenen Kot in einer Filmdose im Kühlschrank aufbewahrt und die zwei weiteren Ausscheidungen jeweils mit in diese Filmdose tut. Mit dieser Filmdose besucht man dann zur Untersuchung einen reptilienkundigen Tierarzt, oder schickt die Probe bei einem Labor, wie http://www.exomed.de, mit dem auf dieser Seite zu findenden Untersuchungsauftrag, für die Untersuchung nach Darmparasiten ein. Werden dort Parasiten festgestellt, sollte man sich mit seinem reptilienkundigen Tierarzt beraten und nötigenfalls eine Behandlung einleiten. Während der Behandlung sind besondere Hygienemaßnahmen für die Tiere notwendig, siehe hierzu das Thema Reinigung.
Verstopfung Verstopfung ist ebenfalls eine häufig auftretende Krankheit. Tritt diese einmalig auf, kann man die Tiere durch Baden in lauwarmen Wasser zum Abkoten bewegen. Tritt die Verstopfung häufiger auf, so kann es zum einen daran liegen, dass die Tiere zu viel Sand fressen, um ihren Kalziumbedarf zu decken. Hier stimmt dann also etwas mit der Kalziumversorgung (siehe Futter) nicht. Des Weiteren kann Verstopfung auch durch Darmparasiten hervorgerufen werden. Also sollte man einen Tierarzt konsultieren.
Rachitis Rachitis, also eine Knochenerweichung, aus der Missbildungen resultieren, ist eine ebenfalls häufige Krankheit, die jedoch auf schlechte Haltung zurückzuführen ist. Ursache kann hier zum Beispiel Vitamin D3 Mangel sein, welches die Tiere benötigen um das mit der Nahrung aufgenommene Kalzium in den Knochen einzulagern. Vit. D3 Mangel tritt bei unzureichender UVB-Bestrahlung (siehe UV-Beleuchtung) und/oder bei unzureichender Zugabe von Vit. D3 (siehe Futter) auf. Bekommen die Tiere zu wenig Kalzium (siehe Futter), kann dies auch eine Ursache für Rachitis sein. Rachitis bildet sich nicht zurück, lediglich die Beweglichkeit der Gelenke kann unter Umständen wieder mittels ausreichender UVB-Strahlung und Zugabe von Vit. D3 wiederhergestellt werden.
Häutungsschwierigkeiten Häutungsschwierigkeiten treten meist nur dann auf wenn etwas im Terrarium nicht stimmt. Ursachen für eine zu lange oder nicht vollständigen Häutung können sein:
Sind Häutungsschwierigkeiten vorhanden, kann man zunächst die oben aufgezählten Haltungsfehler verbessern und die Luftfeuchtigkeit während der Häutungsphase etwas anheben. Bei erheblichen Häutungsschwierigkeiten empfiehlt es sich das Tier zu baden. Sollte keine Besserung auftreten, muss ein Tierarzt aufgesucht werden.
Nekrosen Auch häufig bei Bartagamen ist die so genannte Nekrose, bei der durch Abschnürung Gliedmaßen absterben können. Grund der Abschnürung ist häufig eine nicht vollständige Häutung. Zurückgebliebene Hautreste können also Gliedmaßen abschnüren, was wiederum zu Nekrose führen kann. Nach der Häutung ist also gerade an den Zehen und am Schwanz darauf zu achten, dass die Häutung vollständig beendet ist. Sollte man bei seinen Tieren eine beginnende Nekrose, also unübliche und anhaltende dunkle Färbung eines Körpergliedes feststellen, sollte man schnellstmöglich einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen, denn vom abgestorbenen Glied können Gifte entstehen, die sehr gefährlich sein können. Als Beispiel kann man sich die Bilder unserer Elliotta anschauen. Sie hatte schon beim Kauf eine leichte Schwanznekrose, die jedoch nicht behandelt werden musste, da sie während unserer Haltung nicht weiter fortgeschritten ist.
Nieren- oder Leberschäden Nieren- oder Leberschäden werden häufig durch Verfettung, also zu viel tierisches Futter verursacht.
Legenot Findet ein trächtiges Weibchen keine geeignete Stelle um die Eier abzulegen, oder wird ständig durch uns oder andere im Terrarium befindliche Tiere gestört, kann es zur Legenot kommen. Trächtige Weibchen erkennt man zum einen an einer Zunahme des Körperumfangs und daran, dass sie beginnen das ganze Terrarium umzugraben, was dazu dienen soll, eine geeignete Eiablagestelle zu finden. Stellt man dies fest, sollte man eine Eiablagestelle schaffen. Eine Eiablagestelle sollte nicht direkt vom Licht bestrahlt sein. Des Weiteren sollte der Sand hier etwas feucht gehalten werden. Kann man eine solche Stelle nicht schaffen, so kann man eine große Plastikbox, gefüllt mit feuchtem Sand, ins Terrarium stellen. Diese Box sollte einen so großen Zugang haben, dass das Weibchen ohne Probleme hineinkommen kann. Die Box sollte so groß gewählt werden, dass die Bartagame ganz hinein passt und sich darin umdrehen kann. Wird das Weibchen während dieser Phase zu sehr vom Männchen gestört, so sollte man das Männchen bis zur vollendeten Eiablage aus dem Terrarium entfernen. Bei der Eiablage selbst sollte man das Weibchen ganz in Ruhe lassen, also auch nicht zuschauen. Auch nach der Eiablage sollte man dem Tier mindestens 3 Stunden Ruhe gönnen, es kann auch sein, dass das Tier während dieser Zeit noch weitere Eier legt. Legt ein Tier trotz Anzeichen einer Trächtigkeit nicht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, denn ein Tier kann an der Legenot streben! Auch wenn kein Männchen vorhanden ist, kann es sein, dass Weibchen unbefruchtete Gelege produziert.
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Stand: 17.03.06