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Da Bartagamen kaum Laute von sich geben
können, kommunizieren sie fast ausschließlich über Gestik. Die vielen
verschiednen Verhaltensweisen der Tiere machen sie, zusätzlich zur
schönen Erscheinung, so richtig
interessant.
Häufig benötigen wir keinen Fernseher mehr und schauen
lieber zu den Tieren. Obwohl wir sie bereits 15 Monate halten, zeigen
sie uns immer wieder neue Verhaltensweisen.
Die Tiere werden ihrem Pfleger gegenüber
recht schnell zutraulich. Da es sich jedoch um Wildtiere handelt, sollte
ein ständiges Herausnehmen aus dem Terrarium, Streicheln, oder
Betätscheln unterbleiben. Ausflüge durch die Wohnung sollten nicht
zugelassen werden. Gegen ein kurzzeitiges Entnehmen aus dem Terrarium
haben wir jedoch keine Bedenken.
Bartagamen können z.B. mit Hilfe ihres
Zungenbeinapparates ihren so genannten Bart aufstellen, womit sie
verschiedene Verhaltensweisen beim Gegenüber hervorrufen möchten.
Zwei Verhaltensweisen möchten wir euch
hier an Bildern verdeutlichen, weitere folgen in einer Beschreibung:
Paarungsverhalten
Das Männchen beginnt aus einer etwas weiteren Entfernung zu Nicken und seinen Bart aufzustellen, um dem Weibchen zu imponieren... Es nähert sich dem Weibchen und Nickt weiter... Das Weibchen fängt darauf als Beschwich- tigungsgeste zu Winken... Das Männchen verbeißt sich darauf im Nacken des Weibchens und versucht dabei seine Kloake unter die des Weibchens zu schieben, wonach der eigentliche Akt beginnt.
Das Männchen beginnt aus einer etwas weiteren Entfernung zu Nicken und seinen Bart aufzustellen, um dem Weibchen zu imponieren...
Hecheln
Wird ihnen zu heiß, fangen Bartagamen an zu hecheln um sich so abzukühlen.
Wird ihnen zu heiß, fangen Bartagamen an zu hecheln um sich so abzukühlen.
Körper aufblähen
Bartagamen pumpen teilweise vor der
Häutung ihren Köper kugelrund auf und scheinen fast zu platzen. Dies
dient zur besseren und schnelleren Häutung.
Wärme tanken
Um höhere Körpertemperaturen zu
erreichen, färben sich Bartagamen dunkel, wodurch sie mehr Wärme durch
das Licht aufnehmen können.
Dies wird auch manchmal durch ein
extremes Abflachen des Körpers unterstützt, wodurch sie breiter werden
und somit dem Licht mehr Fläche bieten.
Unwohl fühlen
Auch wenn sich Bartagamen unwohl fühlen,
färben sie entweder den ganzen Körper oder nur Schwanzspitze und den
Bart dunkel. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
-
Krankheit/Verletzung
-
Gewöhnung an ein neues oder neu
gestaltetes Terrarium
-
Unterdrückung durch ein anderes Tier
-
Falsche Haltungsbedingungen
-
Falsche Behandlung durch den Pfleger
-
usw.
Unterdrückung/Machtkämpfe
Unterdrückung kommt meist nur unter
männlichen Tieren vor und verläuft Anfangs teilweise der Paarung
ähnlich. Ein Tier stellt seinen Bart auf, fängt an zu Nicken. Das soll
bedeuten: "Ich bin hier der Boss". Z.B. Durch Armwinken zeigt meist das
unterlegene Tier, dass es die höhere Stellung des anderen Tieres
akzeptiert. Zu diesen typischen Verhaltensweisen muss es jedoch nicht
kommen. Bei zwei Männchen kann alleine die Anwesenheit des stärkeren
Tieres zur Unterdrückung des schwächeren führen. Eine solche
Unterdrückung führt häufig zu Futterverweigerung vom schwächeren
Tier, worauf Verkümmerung und schließlich der Tot folgt, wenn nicht
eingegriffen wird.
Erkennt jedoch keines der Tiere die
höhere Stellung des anderen an, folgen Machtkämpfe. Zunächst wird
zusätzlich zur Färbung von Schwanz und Bart und des Kopfnickens, das Maul
weit aufgerissen, kaum hörbar gefaucht und der Körper abgeflacht,
welcher dann zum anderen Tier hin schräg gestellt wird. Hierdurch wirken
die Tiere ihrem Rivalen gegenüber größer, um zusätzlich ihre
Machtstellung deutlich zu machen. Ergreift hier kein Tier die Flucht
oder gibt beschwichtigend auf, so kommt es zu Kämpfen, was zu
abgebissenen Gliedmaßen oder bis zum Tode eines Tieres führen kann.
Graben
Das Graben im Sand kann auch verschiedene
Ursachen haben. Dies kann auf ein trächtiges Weibchen hindeuten,
was gerade dabei ist, eine geeignete Stelle für die Eiablage zu suchen.
Auch beim Fehlen eines Männchens kann es dazu kommen, dass Weibchen
unbefruchtete Eier produzieren. Sollte hier eine solche Eiablagestelle
nicht vorhanden sein, droht Legenot.
Des Weiteren kann ein grabendes Tier
darauf hindeuten, dass es sich für die Winterruhe eingraben möchte.
Es kann auch sein, dass es dem Tier im
Terrarium zu warm ist und es sich eine kühlere Höhle graben möchte.
Sind keine Verstecke vorhanden, besteht
auch die Möglichkeit, dass sich grabende Tiere eine Höhle schaffen
wollen.
Um also den Grund für die Grabaktivitäten
herauszubekommen, sollte man zusätzlich auf folgendes achten:
-
Hat das Tier ohne Veränderung der
Futtermenge an Gewicht zugenommen, oder zeichnen sich gar Eier am
Bauch ab?
-
Welche Jahreszeit ist momentan?
-
Wie sind die Temperaturen im
Terrarium?
-
Ist ein Versteck vorhanden?
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